FFM_Fenster

Fenster (März 2016)
Aufnahme: Super Isolette 75mm auf Kodak T-MAX 400
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Praegbach-Wasserfall

Prägbach-Wasserfall (Oktober 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 50mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Praegbach

Prägbach (Oktober 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 50mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Mittelaletsch Caffenol

Aletschgletscher (August 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 50mm auf Ilford XP2!
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Rottalhorn Caffenol

Rottalhorn am Jungfraujoch (August 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Schwarzbach Wasserpflanzen Caffenol

Wasserpflanzen im Schwarzbach (Juni 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Baeume Hofgut Langenau Caffenol

Bäume am Hofgut Langenau (Juni 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Ludwigs-Eiche Caffenol

Ludwigs-Eiche (Mai 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Farn Caffenol

Farn (Mai 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Holzstapel im Bärlauch (April 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Bruecke in Sindlingen Caffenol

Main-Brücke in Sindlingen (April 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 50mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Kirche in Ellmau Caffenol

Kirche St. Michael in Ellmau (Tirol/Januar 2015)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Kodak T-MAX 400
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

MoenchbruchWinter2014 Caffenol

Mönchbruch (Dezember 2014)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Kodak T-MAX 400
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

BosporusBruecke Caffenol

Bosporusbrücke (Oktober 2014)
Aufnahme: Mamiya 7II 80mm auf Fuji Acros 100
Entwickelt in CAFFENOL-C-L

Strohballen Caffenol

Strohballen auf der Hessenaue (Sommer 2014)
Aufnahme: Mamiya 7II 50mm auf Rollei Retro80s
Entwickelt in CAFFENOL-C-L


Filmentwickung in Kaffee – klingt ziemlich schräg – geht aber überraschend gut!

Um es gleich vorweg zu nehmen: es gibt keine „Wunder“-Entwickler und auch dieses ganz spezielle Gebräu macht hier keine Ausnahme. Jeder Entwickler hat seine Stärken und Schwächen und verhält sich dabei durchaus nicht gleich für unterschiedliche Filmtypen. Die beste Film-Entwickler-Kombination ist ohnehin jene, auf die man sich eingearbeitet hat und man ist eigentlich gut beraten sich auf einige wenige Kombinationen zu beschränken.

„CAFFENOL“, so werden im Netz die unterschiedlichen auf Kaffee basierenden Rezepturen benannt, besitzt allerdings einige Alleinstellungsmerkmale. Er ist (nahezu) ungiftig, seine Bestandteile sind fast überall erhältlich und überdies unschlagbar preiswert. Und nicht zuletzt ist es schon recht „cool“, wenn man erzählt, man entwickle seine Filme in Kaffee. Ok, nicht wenige Zeitgenossen stutzen schon bei der Tatsache, dass man überhaupt noch Film verwendet, aber das ist eine ganz andere Geschichte.


So, ab hier wird es jetzt etwas technisch und eher für jene interessant, die das wirklich selbst mal ausprobieren wollen. Es ist keine Anleitung für Anfänger und ich gehe mal davon aus, dass alle, die hier weiterlesen, schon mal einen Film selbst entwickelt haben und wissen, wovon ich eigentlich rede.

Mit Kaffee als aktiver Entwicklungssubstanz wurde wohl zunächst Mitte der 90er Jahre im Rahmen einer Unterrichtseinheit für angehende Fotografen oder Laboranten in Rochester(USA) experimentiert. Aus diesen Anfängen heraus wurden nach und nach verschiedene, auf Kaffee basierende, Rezepturen weiterentwickelt. Bis vor wenigen Monaten hatte ich keine Ahnung, dass Kaffee als Entwickler geeignet sein könnte und zunächst war ich natürlich auch skeptisch. Aber wer im Netz hierzu etwas sucht, wird bald auf diese 2 Seiten treffen:

www.caffenol.blogspot.de
www.caffenol.org

und vor allem aber hier zahlreiche Anregungen finden:

www.caffenol-cookbook.com/hi-res/hires.php

Spätestens die Lektüre des „caffenol-cookbook“ führte dazu, dass ich das einfach mal probieren musste, zumal ich hier sofort den Eindruck hatte, dass es nicht nur eine „Jahrmarkts-Attraktion“ ist, sondern auch zum Entwickeln qualitativ hochwertiger Negative taugt. Zudem besitzt CAFFENOL neben seiner relativen Ungiftigkeit und Umweltfreundlichkeit zwei weitere Eigenschaften, die ihn für mich interessant machen:

1. er wirkt ausgleichend und
2. er lässt sich als Standentwickler verwenden

Beide Eigenschaften schätze ich vor allem für die Entwicklung von Rollfilmen, wo man eben nicht jedes Negativ angepasst entwickeln kann. Bis jetzt hatte ich als Standentwickler für Rollfilme stets Rodinal in hoher Verdünnung (1:200) verwendet. Die Ergebnisse waren meist gut, jedoch auch recht grobkörnig. Unter den im „cookbook“ vorgestellten Rezepturen wollte ich daher vor allem die Stillstands-Variante CAFFENOL-C-L für „meine“ Filme testen.

Fuji Acros 100 – feinkörnig und scharf, sowie erste Wahl bei extrem langen Belichtungszeiten
Kodak T-MAX 400 – wenn hohe Kontraste zu bewältigen sind, oder es aus der Hand sein muss
Rollei Retro80s – für die superscharfen großen Abzüge, mit zusätzlicher Infrarot-Option

Die folgenden Informationen sind im wesentlichen dem „caffenol-cookbook“ entnommen und auf das absolut Notwendige gekürzt, bzw. durch meine Erfahrungen mit CAFFENOL-C-L ergänzt. Im Rahmen meiner Versuche kam ich zunächst auf erheblich abweichende Verdünnungen und Entwicklungszeiten. Das ist kein Widerspruch, da ich nicht hybrid arbeite und daher meine Negative auch nicht scanne. Ich bevorzuge zudem eher weiche Negative, da ich meist mit Kondensorkopf vergrößere. Zudem belichte ich zum Erhalt guter Tonwerte reichlich und entwickle entsprechend weich, um noch ausreichend Lichterzeichnung zu erhalten. Zumindest für meine Arbeitsweise waren alle Ansätze zu „fett“ und auch die Empfindlichkeitsausnutzung von zusätzlich 1-2 Blenden für mich nicht realisierbar. Durch Scannen der Filme und entsprechendes Postprocessing am Rechner mag dies möglich sein – kann ich aber halt nicht beurteilen.


Substanzen:

Instant-Kaffee
CAFFENOL, gleich welche Rezeptur, wird mit Instant-Kaffeepulver hergestellt. Hier nimmt man wirklich am besten den billigsten, den man bekommen kann. Aldi, Lidl & Co. verkaufen hier eigentlich alle die gleiche Sorte in unterschiedlicher Verpackung. Der Hersteller ist hier stets die „Deutsche Extrakt Kaffee“. Üblicherweise werden in diesen Märkten auch entkoffeinierte und milde Sorten angeboten. Diese meiden wir jedoch und nehmen tunlichst die kräftigste Sorte. (Wir müssen sie ja nicht trinken!)

Vitamin-C
Auch Vitamin-C, also Ascorbinsäure, ist eigentlich fast überall erhältlich. Es ist neben der Kaffee-Säure die zweite Entwicklungssubstanz im CAFFENOL und sorgt für einen höheren Kontrast und eine Reduzierung der Entwicklungszeiten.

Waschsoda (Sodium Karbonat)
Durch das Waschsoda wird das ganze erst alkalisch und aktiviert damit die Entwicklersubstanzen. Auch Waschsoda bekommt man eigentlich in fast allen großen Supermärkten. Allerdings ist hier beim Kauf möglichst das „Richtige“ zu kaufen. Wir brauchen das wasserfreie Natriumkarbonat (Na2CO3), auch calinierte Soda genannt. Im Handel sind jedoch auch die Varianten monohydrat und decahydrat. Erwischt man diese beim Kauf, so ist ein Mengen-Faktor beim Ansatz zu beachten. Das geht, ist aber natürlich nervig. Im „caffenol-cookbook“ wird unter Ingredients auf Seite 1 und 2 erklärt, was zu tun ist und wie man überhaupt feststellt, welches Soda man erworben hat.

Kaliumbromid
Insbesondere für eine erfolgreiche Standentwicklung ist die Zugabe einer geringen Menge von Kaliumbromid (1 bis 2 g/ltr.) angesagt. Ansonsten entstehen hässliche Streifen und gerade hochempfindliche Filme werden einen starken Grundschleier aufweisen. Die Zugabe von Kaliumbromid ändert sich übrigens nicht mit dem Grad der Verdünnung. Auch wenn ich CAFFENOL wesentlich stärker verdünnt ansetze (siehe oben), so gebe ich doch stets etwa 1 g/ltr. Kaliumbromid hinzu. Kaliumbromid bekommt man zwar nicht an jeder Straßenecke, aber über eines der vielen Internet-Shops oder auch über eBay ist das eigentlich kein Problem.


Ansatz:

CAFFENOL wird als Einmalentwickler angesetzt und ich verwende hierfür ausschließlich destiliertes Wasser. Für die Temperaturen gelten übrigens die gleichen Gesetzmäßigkeiten, wie bei jedem anderen Entwickler auch. Ich versuche stets bei 20 °C zu entwickeln. Man beachte jedoch, dass je nach Menge an verwendetem Waschsoda die Temperatur des Entwicklers bereits während des Ansetzens etwas steigt. Da ich übrigens eine Edelstahldose für 2 Rollfilme verwende, beziehen sich die nachfolgend angegebenen Mengen jeweils auf 800 ml und sind daher für andere Dosen oder Tanks entsprechend anzupassen! Gerade für die hoch verdünnte Variante CAFFENOL-C-L empfiehlt sich unbedingt die Anschaffung einer kleinen Feinwaage, da die Mengen exakt einzuhalten sind. 

CAFFENOL-C-L (nicht das Original, sondern meine etwas dünne Variante)

6 Gramm Waschsoda in 800 ml (ca. 19,5 °C) komplett auflösen.
3,75 Gramm Vitamin-C einrühren. Dabei entstehende Luftbläschen durch Rühren beseitigen.
15 Gramm Kaffeepulver einrühren. (braucht mindestens 5 Minuten für vollständige Auflösung)
0,8 Gramm * Kaliumbromid einrühren

Achtung: Reihenfolge ist einzuhalten!

Um die Genauigkeit bei der Zugabe von Kaliumbromid zu verbessern, löse ich bereits vorher 10 Gramm in 100 ml Wasser auf. Von dieser Lösung entnehme ich dann einfach für den Ansatz 8 ml mit einer Spritze und habe damit  meine benötigten 0,8 Gramm.


Entwicklung/Bewegung:

    • Ich beginne wie üblich mit dem Vorwässern (5 Minuten) meiner Filme. Das mache ich auch bei Rodinal, und ich sehe keinen Grund von dieser Praxis abzuweichen.
    • Nach Einfüllen des Entwicklers beginne ich mit der Bewegung. Bei reiner Stand Entwicklung bewege ich ca 12 – 15 mal relativ weich für etwa 1 Minute und lasse die Dose je nach gewünschtem Negativkontast für den Rest der Zeit einfach stehen. Eine Semi-Stand Entwicklung beginne ich mit ca. 6 mal weich bewegen über 30 Sekunden, um anschießend nach Ablauf von 2/4/8/16/32 Minuten jeweils 3 mal zu bewegen. Für die restliche Zeit lasse ich das Ganze dann einfach wieder stehen. Für die Semi-Stand-Variante entscheide ich mich immer dann, wenn ich Wert auf besonders gleichmäßige Entwicklung legen muss oder falls ich den höher empfindlichen T-MAX 400 verwende. Dieser neigt trotz Zugabe von Kaliumbromid leichter zum Verschleiern, kommt andererseits wunderbar feinkörnig mit schönen Tonwerten gerade bei der Semi-Stand-Entwicklung. (beim T-MAX 400 hatte ich mit den anderen CAFFENOL-Varianten  keine besonders guten Ergebnisse erzielen können)
    • Als Stoppbad verwende ich einfaches Wasser und bewege leicht für ca. 1 Minute. Der Entwickler war eh schon sehr dünn angesetzt, so dass ich kein  saures Unterbrecherbad benötige.
  • Die weitere Verarbeitung, Fixieren, Wässern, Trockenen unterscheidet sich prinzipiell nicht von der sonst üblichen Vorgehensweise.


Getestete Filme/Zeiten:

Die angegebenen Zeiten sind lediglich Richtwerte und Ausgangspunkt für eigene Tests. Ich habe keinen Densitometer und schaue mir deshalb lieber einen Probeabzug bei normaler Gradationseinstellung an. Ich benutze allerdings einen Kondensorkopf und so ist anzunehmen, dass für diffuses Vergößerungslicht etwas verlängerte Zeiten und/oder ein höher konzentrierter Ansatz sinnvoll sein könnte. Ich habe mit CAFFENOL bisher ausschließlich Rollfilme (120er) ausprobiert und auf diese beziehen sich natürlich dann auch die Zeiten. Übrigens würde ich die Entwicklungszeit um höchstens 5-10% reduzieren, falls statt der reinen Stand-Entwicklung die Semi-Stand Variante gewählt wird.

Fuji Acros 100 100 ASA 55 Minuten Stand-Entwicklung N-1
Kodak T-MAX 400 (TMY-2) 200 ASA 45 Minuten Semi-Stand – Entwicklung N-1
Kodak T-MAX 400 (TMY-2) 320 ASA 60 Minuten Semi-Stand – Entwicklung N
Rollei Retro 80s 25 ASA 45 Minuten Stand-Entwicklung N

 

Ilfords XP2 in Caffenol?

Der XP2 von Ilford ist ein sog. chromogener SW-Film und damit grundverschieden von den bis jetzt mit Caffenol getesteten Filmen. Er ist eigentlich ein Farbfilm, dem man lediglich die Farbe abgewöhnt hat. Und so sieht Ilford eben auch den Farbprozess C41 für dessen Entwicklung vor. Meine ersten Versuche in Caffenol waren trotzdem mehr als überraschend. Zunächst muss man allerdings anmerken, daß die Negative ungewöhnlich (rosa) eingefärbt sind. Das macht die Beurteilung auf dem Leuchttisch nicht gerade einfach. Eigentlich hielt ich die Negative daher sogar zunächst für misslungen, bis ich erste Kontaktabzüge machte. Die Tontrennung über den gesamten Bereich kam dabei wunderbar und die Schärfe ist mehr als ausreichend. Allerdings kann ich nicht abschätzen, wie es um die Haltbarkeit der normal fixierten Negative bestellt ist. Einen vernünftigen Grund für den C41-Prozess wird es wohl schon geben! Wer es trotzdem mal versuchen möchte: XP2,  200 ASA, 65 Minuten,  Semi-Stand-Entwicklung !